Kennst du das, auf der Suche zu sein, und nicht zu wissen, wonach? Und immer diese Hoffnung, es bald zu finden? Vielleicht musst du das ausprobieren, dorthin gehen, diesen Menschen treffen, diesen Job annehmen und dann? Nichts.
Du suchst weiter und weiter. Und jedes Mal, wenn du etwas versucht hast und es nicht geklappt hat, bist du verzweifelt. Oder du schöpfst Hoffnung, weil du dir wieder etwas Neues in den Kopf gesetzt hast, von dem du glaubst, dass wenn du es erreicht hast, du endlich angekommen bist?
Hoffnung und wie sie uns am Leben hält
Weisst du was? Hör auf damit. Du wirst es nie finden, was auch immer du finden möchtest. Es ist ein Teufelskreis. Du wirst es im Aussen nicht finden, wie sehr du dich auch anstrengen magst. Aber auch wenn ich dir sage, dass du damit aufhören sollst, wirst du weitermachen, weil du eben hoffst. Weil du diese Hoffnung haben musst. Ich meine, wenn du sie nicht hast, wenn du glaubst, es nie finden zu werden, warum solltest du dich dann anstrengen? Wozu solltest du morgens aufstehen? Wo läge dann der tiefere Sinn im Leben? Müssten wir dann den grossen Denkern und Denkerinnen recht geben wenn sie von der Sinnlosigkeit des Lebens sprachen?
Das Sein bestimmt das Bewusstsein?
Oder ist es vielleicht ein Wohlstandsproblem? Geht es uns zu gut, dass wir überhaupt die Zeit haben, über diese Fragen nachzudenken? Müssten wir uns um die Ernährung unserer Familie kümmern oder täglich schauen, dass wir einen sicheren Schlafplatz hätten, würden wir uns diese Fragen ebenfalls stellen? Hat es also etwas mit unserem «Sein» in der Welt zu tun?
Ich habe Menschen getroffen, die so gut wie nichts an materiellen Besitz haben, aber eine Menge Weisheit. Einige dieser Menschen – so kam es mir vor – haben das Leben wie auf einer tieferen Ebene verstanden. Sie haben nichts und doch sind sie auf eine Art zufrieden. Sie nehmen das Leben an, so wie es ist. Sie schienen mir weniger auf der Suche zu sein. Auf irgendeine Art waren sie gelassener. Aki zum Beispiel erzählte mir, dass er und seine Familie ein ganzes Jahr lang im Freien schlafen mussten, weil ihr Haus während der Erdbeben zerstört wurde. Weil die Beben andauerten wurde das Haus nicht wieder aufgebaut, aus Angst, dass es gleich wieder zerstört werden würde.
Geht es uns also wirklich zu gut? Ich habe einmal gelesen, dass die Menschen in Zeiten der Not am zufriedensten seien, weil sie wie einen Sinn haben. Sie müssen überleben. Aki und seine Familie mussten ebenfalls überleben. Aber in Aki spürte ich eine tiefe Verbundenheit mit dem Leben und trotz all den Dingen, die er erlebt hatte, strahlte er. Er denkt darüber nach, sein Land zu verlassen, weil er glaubt, es woanders besser zu haben und seine Familie dadurch versorgen zu können. Auch er hat Hoffnung. Und das habe ich von vielen Menschen gehört. Sie sind ebenfalls auf der Suche, doch mit einer grösseren Gelassenheit.
Besitz vs. Erleuchtung
Wer also sucht nicht? Vielleicht suchen wir unterschiedliche Dinge. Vielleicht suchen wir im Westen die Erleuchtung, den tieferen Sinn des Lebens, weil wir an Materiellem schon alles haben, was es zu haben gibt. Und umgekehrt suchen diejenigen, die es materiell noch nicht an die Spitze geschafft haben, danach. Sie suchen aber gelassener, weil sie wissen, dass es nicht viel zum Leben braucht. Und weil sie die Einfachheit des Lebens kennen, sind sie vielleicht tiefer mit der Welt verbunden, demütiger. Nicht alle, aber einige.
Was wir wirklich suchen
Ich glaube, es ist Glück, Vollkommenheit und eine tiefe innere Ruhe, die wir suchen. Und weisst du was? Wir können es erreichen, zumindest für einen Moment. Wir können es aber nicht festhalten. Oftmals ist es nur ein kleines Gefühl, ohne dass wir überhaupt etwas dafür getan haben. Es passiert von selbst. Vielleicht sitzen wir gerade in einem Kaffee und lesen ein gutes Buch. Da ist es, diese totale Zufriedenheit, diese innere Freude und Zuversicht. Wir fühlen dieses schöne Gefühl und in demselben Moment kommt eine Angst in uns hoch, das Gefühl wieder zu verlieren. Und was passiert? Wir verlieren es und sorgen uns wieder. Weil wir festhalten wollen, immer.
Sei präsent
Was also tun? Achtsam sein. Nur im Jetzt fühlen wir dieses Glück, diese Zufriedenheit. Wir können es auch nicht festhalten. Wir müssen dem Gefühl gestatten, zu sein und genauso schnell wieder zu gehen. Erst wenn wir es mit Gelassenheit betrachten und es nicht zwingen, zu bleiben, kann es sich entfalten. Wir beobachten es nur, in Stille. In diesem Moment passiert etwas Magisches. Vielleicht kennst du dieses Gefühl. Manche erreichen es in der Meditation. Es ist ein Gefühl von Einheit, ein Gefühl, mit allem verbunden zu sein, ein Gefühl, sich im grossen Ganzen aufgelöst zu haben. Das ist es, was wir suchen: Einheit. Einheit mit dem Universum.
Das tönt so einfach. Ist es auch, wenn wir uns gestatten, zu sein. Ich weiss aber auch, dass wir dazu erzogen wurden, uns anzustrengen, um Dinge zu erreichen. Deshalb glaubst du wahrscheinlich, dass du noch dies und jenes erreichen müsstest, um das zu finden, wonach du suchst. Und das ist auch völlig okay. Ich meine, wenn du es jetzt finden würdest, wonach hättest du noch zu suchen? Und vielleicht ist es auch genau dein Weg. Vielleicht musst du durch dieses Labyrinth gehen, unzählige Dinge ausprobieren und immer wieder enttäuscht werden, es nicht gefunden zu haben, dass du irgendwann an den Punkt kommst, von selbst, wo du merkst, dass du es schon immer in dir drinnen getragen hast.
Jeden Tag
Und dann? Dann ist es nicht vorbei. Du weisst, dass es in dir ist, doch nur tägliche Achtsamkeit sorgt dafür, dass du es nicht vergisst. So schnell bist du wieder im Alltag, funktionierst, arbeitest und fragst dich, wo es ist, dieses Gefühl, dieses Etwas, wonach du suchst.
Warum? Weil wir diesbezüglich an Amnesie leiden, jeden Tag aufs Neue. Und jeden Tag braucht es unsere Anstrengung, um nicht zu vergessen, wer wir sind. Und haben wir erst erkannt, dass alles von innen kommt, dann lebt es sich viel einfacher im Aussen. Wir werden dann gelassener, zuversichtlicher, zufriedener, wie Aki vielleicht. Er möchte es besser haben für seine Familie, aber er vertraut auch ins Universum.
Aki und die junge Generation Nepals
Aki ist auf dem Weg, ein buddhistischer Mönch zu werden. Seine Ausbildung dauert insgesamt 10 Jahre, etwas mehr als vier Jahre hat er noch vor sich. Teil der Ausbildung sind auch die Fertigkeiten im Zeichnen von Mandalas. Ich habe ihm eines abgekauft, weil es wunderschön ist und ich weiss, dass er das Geld gut gebrauchen kann für seine Familie, seine Geschwister und vor allem für ihn selbst, als Hoffnung.
So viele junge Menschen verlassen ihr Heimatland Nepal, um anderswo Geld zu verdienen, das sie dann zurück in ihr Land senden können. Das lässt Familien auseinanderbrechen und kreiert ein neues System, bei dem es normal zu sein scheint, dass zumindest ein Kind das Land verlässt, damit es die Familie finanziell «besser» hat. Was nur, wenn das alle tun? Wenn es irgendwann keine junge Generation mehr gibt in Nepal? Deshalb gingen die jungen Menschen auf die Strassen und protestierten. Sie wollen einen Wandel. Sie haben es satt, dass überall im Lande Korruption herrscht und das Geld nicht zurück zum Volk fliesst, sondern in den oberen Taschen hängenbleibt. Was die Menschen dort brauchen ist Hoffnung und Zuversicht. Neuwahlen sind angesagt nächsten Frühling – ob dann alles besser wird?
Ich alleine kann nicht allen Menschen in Nepal Hoffnung geben, aber zumindest Aki. Ihm habe ich vorgeschlagen, dass er versucht, seine Mandalas online zu verkaufen. Es sei schwierig, wenn einen die Menschen nicht kennen, meinte er. Ebenfalls will er als angehender buddhistischer Mönch nicht unbedingt in die Öffentlichkeit. Daher präsentiere ich hier seine Mandalas. Wer Interesse hat, kann sich gerne melden.
Was ist eine Mandala und wie wird es hergestellt?
Ein Mandala wird mit einem einzigen Yak-Haar handgezeichnet. Bis es fertig ist, dauert es gut zwei bis drei Monate. Ein Mönch arbeitet in der Regel rund zwei Stunden täglich daran. Wie du siehst: Es ist eine Menge Arbeit, die hierfür investiert wird.
Auch ist eine Mandala kein blosses Gemälde, es hat eine tiefere Bedeutung. Die Symbolik bedient sich zumeist antiken Kulturen, Mythen, Geschichten und religiösen Inhalten. Selbst der Aufbau eines Mandalas ist nicht gewöhnlich, sondern folgt einem Muster. Manche Mandalas helfen einem, tiefer in die Meditation zu gelangen. Man könnte fast sagen, Mandalas sind eine eigene Wissenschaft. Ich finde sie einfach nur wunderschön und freue mich, wenn ich sie nach meiner Rückkehr in die Schweiz an der Wand hängen sehe.
Solltest du an einem Mandala interessiert sein, melde dich bei mir, direkt über info@transformoon oder über das Kontaktformular.
Hier findest du einige Mandalas von Aki:






Hinzu kommen die Versandkosten: 35 US-Dollar
Versendet wird das Mandala gerollt in einer stabilen Kartonrolle.


