Skyline von Bangkok in der Nacht mit Wolkenkratzern und Horizont, Strassenbeleuchtung

Was Geld mit Stabilität zu tun hat und wie es uns gefangen hält


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Das ganze menschliche Leben ist darauf ausgerichtet, Sicherheit und Stabilität zu suchen. Wir brauchen ein gesundes Fundament, heisst es. Selbst die Pyramide von Maslow zeigt uns das auf. Doch was, wenn wir es mit der Sicherheit und der Stabilität übertreiben?

Was, wenn ein Dach über dem Kopf und genügend zu essen nicht genug ist? Was, wenn es das schönste Dach der ganzen Strasse sein muss, wenn man sich gegen alles mögliche versichern muss, um sich «sicher» zu fühlen? Wenn man alle Schränke und selbst den Keller voll mit Nahrungsmitteln haben muss, nur um sich ein Gefühl von Stabilität zu vermitteln?

Nicht, dass das Gefühl von Sicherheit nicht wichtig wäre, doch fragen wir uns doch einfach einmal: Gibt es denn so etwas wie Sicherheit? Du kannst 50 Versicherungen abschliessen – wenn du morgen stirbst, dann haben sie dir auch nicht viel gebracht.

Gehört dir das Geld?

Menschen sparen ihr ganzes Leben lang. Jeden Monat setzen sie einen gewissen Betrag zur Seite und dieser «wird nicht angefasst», sagen sie. Das ist das Problem. Wenn du das Geld nie berührst, dann ist es tot. Dann gehört es dir auch nicht – hat Osho einmal gesagt – und er hat recht. Wir besitzen nur das, über das wir auch frei verfügen können. Du aber willst das Geld nicht anfassen, warum nicht? Es gehört dir doch.

Menschen legen ihr Geld also zur Seite, falls im Falle der Fälle, irgendwann einmal, etwas ganz Schlimmes passieren sollte – dann haben sie doch noch diese Sicherheit. Doch selbst dann ängstigen sie sich, es auszugeben, denn wenn sie es ausgeben, ist die Sicherheit weg. Und das wollen sie nicht, denn gerade darin liegt der Kern. Sie glauben, Geld gäbe ihnen Sicherheit. Deshalb arbeiten sie wie Wahnsinnige und nehmen diesen und jenen Job zusätzlich an, machen Überstunden, um mehr Geld zu erhalten, weil mit dem «mehr an Geld» können sie dies und jenes… Und diejenigen, die über kein «Erspartes» verfügen, arbeiten genauso stark, wenn nicht noch mehr, weil sie eben etwas ersparen möchten, um auch dieses vermeintliche Gefühl von Sicherheit zu erlangen, das man doch erhalten sollte, wenn man endlich genug Geld hat. Es ist ein Teufelskreis. Aber er hält unser System am laufen.

5’000? 10’000? 50’000? Wieviel Geld ist genug?

Geld ist wichtig in dieser Welt – ganz bestimmt – und wir alle brauchen es, um unser tägliches Leben zu meistern, es sei denn, wir sind vollständig selbstversorgend und werden nicht von unserer Regierung gezwungen, kostenpflichtige Dienstleistungen in Anspruch zu nehmen.

Worum es mir eigentlich geht: Wie viel Geld ist genug? Wie viel Geld brauchst du, um dich sicher zu fühlen? Gibt es eine Grenze? Frage dich das einfach einmal.

Für die meisten Menschen gibt es diese Grenze nicht. Sie sagen vielleicht, mit Zehntausend Franken, Euro oder Dollar fühlen sie sich sicher. Doch haben sie diese Zehntausend erst einmal auf einem Sparkonto angespart, dann brauchen sie mehr. Sie glauben, mehr Geld gibt mehr Sicherheit. Was sie eigentlich tun: Sie suchen Stabilität im Aussen, im Materiellen, weil sie es sich im Innern nicht geben können.

Die meisten Yogis haben sich, zumindest für eine gewisse Zeit, von irdischen Besitztümern befreit, um die sogenannte Erleuchtung zu finden. Nicht, dass wir alle nach Erleuchtung streben (sollen), doch es zeigt uns doch, dass wir erst richtig zu uns selbst finden, wenn das Materielle einen anderen Stellenwert besitzt. Wenn wir unsere Stabilität und Sicherheit nicht mehr im Aussen suchen. Denn ganz ehrlich: Was gehört dir wirklich?

Du besitzt eine Kette aus Gold? Dieses Gold wurde wahrscheinlich vor vielen Jahren aus der Erde gegraben – es gehört Mutter Natur. Du besitzt ein Auto? Alle Teile, die das Auto zu einem Auto machen, setzen sich aus Komponenten zusammen, die ursprünglich aus der Natur stammen. Nichts von dem, was wir unseren Besitz nennen, ist wirklich unser. Wir haben es lediglich geborgt – manchmal gestohlen – von Mutter Erde. Da kannst du noch oft sagen, das ist meine Firma und die habe ich aufgebaut. Das ist schön und gut, doch ohne Mutter Erde wäre das nicht möglich gewesen. Sie gibt uns alles, frei, im Überfluss – wir nehmen nur und geben selten zurück. Wir glauben dann auch noch, dass all das uns gehört, dass es unser «Recht» wäre, dies oder jenes zu besitzen.

Orientierung an den Zyklen der Natur

Wir sollten uns mehr an der Natur orientieren, wenn es um Besitz und Stabilität geht. Mutter Natur hortet nicht. Sie lässt los, weil sie weiss, wenn sie loslässt, kommt es mehrfach zurück. Könnte der Frühling kommen, wenn Mutter Natur ihre Blätter im Herbst nicht loslassen würde? Nein. Könnten neue Beeren gedeihen, wenn Alte nicht abgeschüttelt oder gepflückt werden würden? Nein.

Wir müssen also loslassen, um im Fluss zu sein und mehr zu erhalten. Das Leben ist stetiger Wandel. Nichts steht still. Alles kommt und geht, gedeiht und zerfällt. Nur der Mensch möchte festhalten, weil er die materielle Welt zur Gottheit erklärt hat und glaubt, sie festhalten zu können. Dabei wissen wir auch aus der Metaphysik, dass das Materielle nichts weiter ist als Energie, als winzige Teilchen, die ständig in Bewegung sind, ganz schnell, so schnell, dass wir der Illusion verfallen, dass es etwas Festes wäre. Wir sind darauf reingefallen, dass es so etwas wie «Stabilität» im Aussen gibt.

Stabilität beginnt im Innern

Fange an, dir im Innen Stabilität zu geben, dann machst du dich frei von der Suche, es im Aussen zu finden. Denn deine Suche wird nie enden. Oder wie es das kosmische Gesetz so schön sagt: «Wie innen, so aussen.» Gib dir im Inneren Stabilität und du hast sie im Aussen. In dieser Reihenfolge, nicht umgekehrt.

Für mich bedeutet wahre Stabilität, das Leben meistern zu können, und immer wieder aufzustehen, wenn man hinfällt. Man glaubt an sich und vertraut darauf, dass man es schafft. Wie es dabei im Aussen gerade aussieht, spielt keine Rolle. Die wahre Kraft kommt von Innen.