Aus den dunkelsten Tiefen erwächst Kreativität, hat mir zumindest Dale gesagt, ein Freund. Nach meinem mentalen Zusammenbruch heute Morgen und meinem anschliessenden Schreibflow glaube ich, er hatte recht. Keine Sorge, mir geht es gut. Emotionale Zusammenbrüche – manchmal 30 Minuten, manchmal drei Tage – gehören dazu, wenn man es zulässt, zu fühlen. Oder vielleicht ist es auch einfach so ein 34/7er Ding, Numerologie. Melde dich, wenn du an einer Interpretation deiner numerologischen Lebenszahl interessiert bist.
Zurück zum Thema: Kreativität ist etwas, das aus uns herausfliessen möchte, das aber nicht von uns selbst kommt. Es möchte durch uns ausgedrückt werden. Wir sind eine Art Kanal. Ist das Werk getan, ist es vorbei. Die Kreativität hat sich manifestiert und wir wissen nichts weiter mit dem Werk anzufangen, ausser es zu veröffentlichen, zu teilen oder zu verkaufen. Aber die eigentliche Arbeit ist getan und der Enthusiasmus vorbei.
Ich glaube, jeder Mensch hat diese Kreativität in sich und ich bin ebenso davon überzeugt, dass sie von jedem von uns ausgedrückt werden soll. Warum tun wir es also nicht öfters? Weil wir uns wohl einfach nicht getrauen und uns den Raum lassen, überhaupt in diese Ruhe und Tiefe zu kommen, aus der Kreativität erwachsen könnte. Unser System ist so gestrickt, dass jeder Funken von Ruhe als Faulheit abgetan wird und sollten wir uns zu sehr mit emotionaler Tiefe beschäftigen, heisst es gleich, man hätte psychische Probleme. Ehrlich? Haben wir doch alle. Wer definiert denn, was normal ist? Wir zwängen uns in ein Raster, nur um normal zu gelten, obwohl wir dort gar nicht reinpassen. Wir verbiegen uns, zwanghaft, um ja nicht aufzufallen.
Brich aus und sei du selbst
Wer war es, der gesagt hat, zwischen Wahnsinn und Genie liege nur ein schmaler Grat? Wir sollten uns öfters getrauen, aus dem vorgegebenen Rahmen auszubrechen, wenn uns danach ist. Sei einfach du – egal was andere von dir denken. Nicht umsonst wurden wir als Unikate erschaffen. Unser Fingerabdruck ist der beste Beweis dafür. Wer also bestimmt, was normal ist und was nicht?
Was ich eigentlich sagen möchte: Wenn wir uns gestatten, unser wahres Sein zu leben – und eventuell braucht es dafür zuerst etwas Schattenarbeit, bis wir an diesen Kern gestossen sind – dann kann Kreativität fliessen. Dann können wir uns so entfalten, wie wir gedacht sind. Die Lebensenergie kann so direkt durch uns hindurchfliessen. Wir sind dann eine Art Instrument, auf dem gespielt wird, und genau daraus erschaffen wir Schönheit.

Schau dir all die kreativen Menschen doch einmal an: Sie alle lassen sich nicht in ein Schema quetschen, weil sie ihre Einzigartigkeit leben. Sie sind einfach so, wie sie sind. Würden sie sich anpassen, würden Tausende identische Werke entstehen und nichts Besonderes dabei herauskommen. Wir müssen uns also gestatten, unsere Einzigartigkeit zum Ausdruck zu bringen, auch wenn es bedeutet, dass wir von der Mehrheitsgesellschaft als bunter Vogel betrachtet werden.
Weisst du was? Insgeheim beneiden sie dich, weil sie sich gerne getrauen würden, ebenfalls aus ihrer Haut zu fahren und ihre Einzigartigkeit zu leben. Weil sie sich aber davor fürchten, projizieren sie ihre Ängste auf dich. Du bist ihr Spiegel. Und es ist immer einfacher, mit dem Finger auf andere zu zeigen.
Solltest du also den Drang verspüren, aus dir herausfahren, eine neue Persönlichkeit leben und etwas Neues ausprobieren zu wollen – denk nicht daran, was die Menschen um dich herum sagen oder denken könnten – das tun sie sowieso. Denke hierbei zuerst einmal an dich und was es dir an Zufriedenheit und Freude bringen wird, wenn du endlich zum Ausdruck bringen kannst, was so lange schon in dir schlummert.
Ich werde nun eine Tageskarte aus meinem Tarot-Deck ziehen, dann ein paar Sonnenblumenkerne auf dem Deck verteilen, in der Hoffnung, dass ein Allfarblori* vorbeifliegt und mich besuchen kommt und anschliessend ein astrologisches Reading für eine Freundin erstellen. Vor drei Jahren hätte ich mich das nicht getraut, zumindest nicht vor Anderen – was könnten sie nur denken? Aber weisst du was? Es ist mir egal geworden, weil was bringt es mir, andere zufriedenzustellen und in ein Schema zu passen, wenn ich dabei unglücklich bin? Deswegen stehe ich nun dazu. Ich bin ein bunter Vogel und mein Leben gefällt mir, genau so und nicht anders. Und daraus erwächst Kreativität, im Sein, ganz authentisch.
*hat funktioniert (sh. Bild oben)


